Wie wichtig ist die regelmäßige Kalibrierung eines Blutzuckermessgeräts?

Du misst regelmäßig deinen Blutzucker. Du verlässt dich auf die Zahlen für Insulindosen, Mahlzeitenplanung oder ärztliche Entscheidungen. Dann siehst du plötzlich Abweichungen. Morgens ist der Wert zu hoch im Vergleich zu vorigen Tagen. Zwei Messungen hintereinander geben unterschiedliche Zahlen. Oder die Werte stimmen nicht mit deinem Gefühl überein. Solche Situationen sorgen für Unsicherheit. Sie können Angst machen. Sie können Therapiefehler begünstigen.

Bei der Kalibrierung geht es darum, ein Messgerät an eine bekannte Referenz anzupassen. Bei manchen Geräten erfolgt das automatisch ab Werk. Ältere oder bestimmte Messsysteme brauchen manchmal eine manuelle Einstellung oder einen Vergleich mit einer Kontrolllösung. Kalibrierung reduziert systematische Messfehler. Sie verbessert die Zuverlässigkeit der Messwerte.

Das Thema ist relevant für deine Sicherheit. Falsche Werte können zu falschen Insulinentscheidungen führen. Sie können zu Unter- oder Überzucker führen. Typische Ursachen für abweichende Messwerte sind unterschiedliche Streifenchargen, Temperaturschwankungen, schlecht gelagerte oder abgelaufene Teststreifen, zu geringe Blutmenge, verschmutzte Messstellen und niedrige Batterieleistung. Auch unterschiedliche Hämatokritwerte oder bestimmte Medikamente beeinflussen Messergebnisse.

In diesem Artikel erfährst du, wann eine Kalibrierung nötig ist. Du lernst, wie du mit einer Kontrolllösung arbeitest. Du findest Hinweise, wie oft du prüfen solltest. Du bekommst Tipps zur Fehleranalyse und Hinweise, wann du den Hersteller oder dein Behandlungsteam kontaktieren solltest. So kannst du Messfehler schneller erkennen und sicherer handeln.

Kalibrierungsarten und Methoden im Vergleich

Kalibrierung bedeutet, dass ein Messgerät an eine verlässliche Referenz geprüft oder angepasst wird. Ziel ist, systematische Abweichungen zu erkennen und zu minimieren. Im Alltag hilft das, falsche Therapieentscheidungen zu vermeiden.

Methode Aufwand Kosten Wirkung auf Genauigkeit Typische Häufigkeit Vor- und Nachteile
Werkseitig kalibrierte Geräte
(z. B. viele moderne BGM und einige CGM-Sensoren)
Sehr gering. Gerät ist ab Werk eingestellt. Keine laufenden Kosten für Kalibrierung. Gute Grundgenauigkeit. Kann bei Extrembedingungen abweichen. Keine Routinekalibrierung nötig. Prüfungen bei Auffälligkeiten. Vorteil: praktisch und schnell. Nachteil: Streifenchargen oder Lagerung können trotzdem Messfehler verursachen.
Manuelle Prüfung mit Kontrolllösung
(Hersteller-Kontrolllösung wie Accu-Chek oder OneTouch)
Mittel. Du führst eine Messung mit der Lösung durch. Gering bis mittel. Kauf der Kontrolllösung erforderlich. Erkennt systematische Abweichungen. Verbessert nicht immer die Messergebnisse selbst. Bei erstem Gebrauch, nach Streifenwechsel, bei Verdacht auf Fehler oder regelmäßig (z. B. monatlich). Vorteil: einfache Prüfung der Funktion. Nachteil: Kontrolllösung ist kein Blut. Ergebnisse können sich von echten Messungen unterscheiden.
Kalibrierung/Prüfung nach Streifenwechsel
(Prüfung bei neuer Streifencharge)
Niedrig. Meist Kontrolle mit Teststreifen oder Kontrolllösung. Gering. Nur falls Kontrolllösung genutzt wird. Wichtig. Kann Abweichungen durch Lotunterschiede aufdecken. Bei jedem Wechsel der Streifencharge empfohlen. Vorteil: verhindert überraschende Abweichungen. Nachteil: wird oft vergessen.
Vergleich mit Laborwerten (Plasmaglukose) Höher. Blutentnahme durch Praxis oder Labor nötig. Variabel. Laborkosten können anfallen. Sehr zuverlässig. Labor gilt als Referenz. Gelegentlich, z. B. bei Diagnose, Verdacht auf Messfehler oder Differenzen. Vorteil: genaue Referenz. Nachteil: nicht praktikabel für häufige Kontrollen.

Kurze Anleitung in der Praxis. Bei Abweichungen zuerst Kontrolllösung nutzen. Bei weiterem Zweifel Laborvergleich oder Herstellerkontakt überlegen. So findest du die Ursache schneller.

Technisches Hintergrundwissen zur Kalibrierung

Wie Blutzuckermessgeräte grundsätzlich arbeiten

Ein Blutzuckermessgerät misst die Glukose im Blut über eine chemische Reaktion. Auf dem Teststreifen sitzt ein Enzym. Dieses Enzym wandelt Glukose in ein elektrisches Signal um. Das Gerät misst dieses Signal und rechnet es in einen Zahlenwert um. Die Umrechnung beruht auf einem Kalibrierungsfaktor. Dieser Faktor verbindet das elektrische Signal mit der Glukosekonzentration.

Empfehlung
* Anzeige
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Enzymatische Messprinzipien kurz erklärt

Die zwei häufigsten Enzymtypen sind Glukoseoxidase und Glukosedehydrogenase. Glukoseoxidase braucht Sauerstoff für die Reaktion. Bei sehr niedrigen oder hohen Sauerstoffwerten kann das Ergebnis abweichen. Glukosedehydrogenase ist weniger abhängig vom Sauerstoff. Einige Varianten von Glukosedehydrogenase reagieren aber auch auf andere Zucker. Das kann zu falsch hohen Werten führen. Solche Details erklären, warum verschiedene Messsysteme unterschiedlich auf Bedingungen reagieren.

Kalibrierungsfaktoren und Codes

Früher mussten viele Geräte manuell mit einem Code angepasst werden, wenn du eine neue Streifencharge eingesetzt hast. Das stellte sicher, dass der Kalibrierungsfaktor stimmte. Moderne Geräte sind oft werkseitig kalibriert. Sie brauchen keinen Code mehr. Trotzdem bleibt eine Abweichungsquelle: Streifen können zwischen Chargen leicht unterschiedlich sein. Deshalb wird empfohlen, bei neuer Charge eine Kontrollmessung zu machen.

Kontrolllösungen und ihr Zweck

Eine Kontrolllösung ist eine Flüssigkeit mit bekannter Glukosekonzentration. Du trägst die Lösung auf einen Teststreifen auf. So prüfst du, ob Gerät und Streifen zusammen den erwarteten Wert liefern. Kontrolllösungen sind kein Ersatz für Bluttests. Sie zeigen aber systematische Fehler oder defekte Streifen an.

Historische Entwicklung

Frühe Messgeräte waren mechanischer und benötigten häufige Anpassungen. Mit der Zeit verbesserten sich Enzyme, Elektronik und Fertigung. Viele Geräte sind heute ab Werk so kalibriert, dass sie im Alltag zuverlässiger funktionieren. Gleichzeitig sind neue Störfaktoren wie Medikamenteninterferenzen bekannt geworden. Deshalb blieb die Praxis der Kontrolle wichtig.

Warum Kalibrierung Messergebnisse beeinflusst

Messabweichungen entstehen durch mehrere Ursachen. Enzymaktivität kann variieren. Teststreifen können unterschiedlich hergestellt oder falsch gelagert sein. Temperatur und Feuchtigkeit verändern die chemische Reaktion. Der Hämatokrit, also der Anteil der roten Blutkörperchen, beeinflusst die Stromleitung auf dem Streifen. Batteriezustand und Verschmutzung der Messstelle spielen ebenfalls eine Rolle. Eine passende Kalibrierung oder regelmäßige Kontrolle reduziert diese Effekte.

Fazit: Kalibrierung ist der technische Schlüssel, damit das elektrische Signal eines Messstreifens korrekt als Glukosewert ausgegeben wird. Sie macht Messergebnisse vergleichbarer und hilft dir, systematische Fehler zu erkennen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kalibrierung

  1. Handbuch lesen und Gerät prüfen Lies zuerst die Bedienungsanleitung deines Messgeräts. Suche nach Anweisungen zur Kalibrierung und zu Kontrolllösungen. Prüfe Batterien und die Sauberkeit des Teststreifenfachs. Ein sauberer Zustand reduziert Fehler.
  2. Materialien bereitlegen Lege Teststreifen, Kontrolllösung und ein sauberes Tuch bereit. Verwende die Kontrolllösung des Geräteherstellers, etwa eine Accu-Chek oder OneTouch Kontrolllösung, wenn diese vom Hersteller empfohlen wird. Prüfe Verfallsdatum und Chargennummer.
  3. Richtige Temperatur sicherstellen Lasse Gerät, Streifen und Kontrolllösung auf Zimmertemperatur kommen. Extreme Temperaturen verändern die chemische Reaktion auf dem Streifen. Arbeite bei normaler Raumtemperatur.
  4. Kontrolllösung vorbereiten Schüttle die Flasche leicht gemäß Anleitung. Öffne die Lösung erst kurz vor der Messung. Vermeide Kontamination. Tipp: Tropfe die Kontrolle nicht direkt auf die Öffnung des Streifenbehälters.
  5. Teststreifen einlegen wie beim Bluttropfen Ziehe einen frischen Teststreifen. Setze ihn in das Gerät ein, als wolltest du Blut messen. Einige Geräte zeigen nun eine Anzeige für die Kontrollmessung an.
  6. Kontrolllösung auftragen Träufle die Lösung an die dafür vorgesehene Stelle des Streifens. Berühre die Reaktionsfläche nicht mit den Fingern. Verwende nur einen Tropfen pro Messung.
  7. Ergebnis ablesen und mit Sollwert vergleichen Vergleiche den angezeigten Wert mit dem Referenzbereich auf der Kontrolllösungsflasche. Werte werden meist als Bereich angegeben, etwa 50–70 mg/dL oder 2,8–3,9 mmol/L.
  8. Messung bei Abweichung wiederholen Liegt das Ergebnis außerhalb des Bereichs, wiederhole die Messung mit einem neuen Teststreifen. Nutze die gleiche Kontrolllösung und achte exakt auf die Anleitung.
  9. Fehlerquelle ausschließen Bleibt Abweichung bestehen, prüfe Streifencharge, Verfallsdaten beider Produkte und Lagerung. Teste mit neuer Kontrolllösung oder neuer Streifenpackung. Dokumentiere Ergebnisse und Zeiten.
  10. Einrichtungscode oder Kalibrierfaktor eingeben Bei älteren Geräten muss ein Code von der Streifenpackung eingegeben werden. Folge der Schritt-für-Schritt-Anleitung des Geräts. Gib den Code exakt ein. Bei Geräten mit manuellem Kalibrierfaktor folge den Herstellerangaben und dem Menüpunkt Kalibrieren.
  11. Bei anhaltenden Problemen Hersteller oder Praxis kontaktieren Wenn wiederholte Kontrollen abweichen, setze dich mit dem Kundendienst oder deinem Diabetes-Team in Verbindung. Sende bei Bedarf Proben oder Seriennummern.

Hilfreiche Hinweise

  • Nutze Kontrolllösungen in verschiedenen Konzentrationsstufen, falls verfügbar. So testest du niedrige und hohe Bereiche.
  • Führe Kontrollen bei neu gekauften Streifen, nach Lagerung unter ungünstigen Bedingungen oder nach Stürzen des Geräts durch.
  • Dokumentiere Datum, Uhrzeit, Chargen-Nummern und Ergebnisse. Das hilft bei späterer Fehleranalyse.
Empfehlung
* Anzeige
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Wichtige Warnungen und typische Fallen

  • Verfallsdatum beachten. Abgelaufene Kontrolllösungen liefern falsche Referenzwerte.
  • Kontrolllösung nicht mit Blut verwechseln. Sie darf nur auf unbenutzte Teststreifen aufgetragen werden.
  • Falsche Konzentrationsstufe verwenden. Achte auf die aufgedruckten Bereiche der Lösung.
  • Temperaturfehler vermeiden. Kalibriere nicht unmittelbar nach Kälte- oder Hitzeexposition.
  • Einmalgebrauchte Streifen nicht erneut verwenden. Das verfälscht Ergebnisse.
  • Bei Unsicherheit Laborvergleich in Erwägung ziehen. Das ist die verlässliche Referenz.

Pflege- und Wartungstipps mit Blick auf Kalibrierung

Richtige Lagerung der Teststreifen

Bewahre Teststreifen in der Originalverpackung auf. Schutz vor Feuchtigkeit und direkter Sonne reduziert Messabweichungen. Prüfe vor Gebrauch das Verfallsdatum und die Chargenaufkleber.

Regelmäßige Kontrollen mit Kontrolllösung

Führe Kontrollen bei neuer Streifencharge, nach Stürzen des Geräts und regelmäßig, etwa monatlich, durch. Verwende die Kontrolllösung des Herstellers und achte auf das Ablaufdatum. Dokumentiere die Ergebnisse zur späteren Fehleranalyse.

Reinigung des Geräts

Reinige das Gehäuse und das Teststreifenfach regelmäßig mit einem leicht feuchten, fusselfreien Tuch. Vermeide aggressive Reinigungsmittel und Flüssigkeiten im Inneren des Geräts. Schmutz im Streifenfach kann falsche Werte verursachen.

Sorgsamer Umgang mit Blutproben

Achte auf saubere und trockene Messstellen. Zu kleine Blutmengen oder verschmutzte Finger führen zu fehlerhaften Messungen. Warte nach Desinfektion kurz, bis die Haut trocken ist.

Batterie und Software im Blick

Wechsle die Batterie rechtzeitig, bevor das Gerät zu schwanken beginnt. Halte Firmwareupdates nach Herstellerangaben aktuell. Stromschwankungen und veraltete Software können Messabweichungen begünstigen.

Dokumentation und Ansprechpartner

Notiere Datum, Uhrzeit, Chargen und Kontrollwerte bei Abweichungen. Bei wiederkehrenden Problemen kontaktiere den Hersteller oder dein Behandlungsteam. Ein Laborvergleich kann helfen, Unsicherheiten zu klären.

Häufige Fehler vermeiden

Falsche Anwendung der Kontrolllösung

Viele greifen zur Kontrolllösung, tragen sie aber falsch auf oder nutzen die falsche Konzentration. Trage die Lösung nur auf unbenutzte Teststreifen auf. Nutze die vom Hersteller empfohlene Lösung und prüfe das Verfallsdatum. Wiederhole die Kontrolle bei abweichenden Werten und dokumentiere das Ergebnis.

Veraltete oder falsch gelagerte Teststreifen

Teststreifen reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, Hitze und Licht. Bewahre sie in der Originalpackung und bei Raumtemperatur auf. Vermeide das Mitführen in feuchten Taschen. Kontrolliere vor Gebrauch Chargennummer und Verfallsdatum.

Temperatur- und Lagerbedingungen ignorieren

Extreme Temperaturen verändern die chemische Reaktion auf dem Streifen. Messe nicht direkt nach Kälteeinwirkung der Hände oder nach dem Herausnehmen aus kalter Umgebung. Lasse Gerät und Streifen vorher auf Zimmertemperatur kommen. Achte auch auf trockene Hände vor der Blutentnahme.

Verwechslung von Messmodi oder falsche Eingaben

Bei einigen Geräten musst du einen Code eingeben oder einen Messmodus wählen. Falsche Codes verfälschen die Werte. Lies die Bedienungsanleitung und vergleiche die Streifenpackung mit dem eingegebenen Code. Bei Unsicherheit nutze die automatische Kalibrierung oder kontaktiere den Hersteller.

Ignorieren wiederkehrender Abweichungen

Wenn Werte öfter abweichen, hilft keine einmalige Kontrolle. Führe systematisch Kontrollmessungen durch und dokumentiere Datum, Uhrzeit und Chargen. Vergleiche bei anhaltenden Unklarheiten mit einem Laborwert. So erkennst du, ob das Gerät oder die Teststreifen das Problem sind.

Zusammenfassung: Prüfe Materialien, lagere richtig und kontrolliere regelmäßig. Dokumentation und systematisches Vorgehen helfen, Messfehler schnell zu finden und zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zur Kalibrierung

Wie oft muss ich mein Messgerät kalibrieren oder kontrollieren?

Die meisten modernen Geräte sind werkseitig kalibriert und brauchen keinen täglichen Code. Du solltest aber bei jeder neuen Streifencharge, nach einem Sturz des Geräts oder bei auffälligen Werten eine Kontrolle mit Kontrolllösung durchführen. Eine regelmäßige Prüfung, zum Beispiel monatlich, hilft, schleichende Fehler zu erkennen.

Was ist eine Kontrolllösung und wie wird sie verwendet?

Eine Kontrolllösung ist eine Flüssigkeit mit bekanntem Glukosewert. Du trägst sie auf einen unbenutzten Teststreifen auf und vergleichst das Ergebnis mit dem angegebenen Bereich auf der Flasche. Sie ersetzt kein Blut, zeigt aber systematische Fehler bei Gerät oder Streifen an.

Wann reicht die werkseitige Kalibrierung nicht aus?

Werkseitige Kalibrierung kann versagen, wenn Streifenchargen unterschiedlich sind, das Gerät beschädigt ist oder extreme Temperaturen vorlagen. Auch ein sehr abweichender Hämatokrit oder bestimmte Medikamente können Messabweichungen verursachen. In solchen Fällen sind Kontrollmessungen oder ein Laborvergleich sinnvoll.

Was soll ich tun, wenn Messwerte nicht zu meinem Befinden passen?

Wiederhole die Messung mit einem frischen Streifen und sauberen Händen. Führe eine Kontrolle mit Kontrolllösung durch und prüfe Chargennummern und Verfallsdaten. Bleiben Unterschiede bestehen, vereinbare einen Laborvergleich und kontaktiere dein Behandlungsteam oder den Hersteller.

Muss ich bei jedem Streifenwechsel kalibrieren?

Du musst nicht immer manuell kalibrieren. Es ist aber empfehlenswert, bei jeder neuen Streifenpackung eine Kontrollmessung durchzuführen. So erkennst du Lotabweichungen frühzeitig und verhinderst unerwartete Messfehler.

Zeit- und Kostenaufwand realistisch einschätzen

Aufwand

Die einmalige Einrichtung und erste Kalibrierung dauern meist 5 bis 15 Minuten. Das Lesen der Anleitung und eine erste Kontrollmessung sind in diese Zeit enthalten. Wiederkehrende Kontrollen mit einer Kontrolllösung nehmen etwa 5 bis 10 Minuten pro Prüfung in Anspruch. Bei einem Streifenwechsel oder nach Stürzen des Geräts lohnt sich eine kurzfristige Kontrolle. Ein Vergleich mit einem Laborwert erfordert einen Arzttermin und Blutentnahme. Plane dafür in der Regel 1 bis 2 Stunden Zeit ein, inklusive Anfahrt und Wartezeit.

Kosten

Typische Kostenpunkte sind Kontrolllösung, Teststreifen, mögliche Laboruntersuchungen und Serviceleistungen des Herstellers. Eine Kontrolllösung kostet grob 5 bis 20 Euro pro Flasche. Teststreifen liegen je nach System bei etwa 0,15 bis 0,80 Euro pro Streifen. Laborvergleiche können je nach Abrechnung variieren. Oft werden sie durch gesetzliche Krankenkassen getragen, wenn der Arzt sie anordnet. Herstellerservice ist manchmal kostenlos, bei Austausch oder Reparatur können Gebühren anfallen. Beachte mögliche gesetzliche Zuzahlungen oder Zuzahlungsbefreiungen bei chronischen Erkrankungen.

Einsparmöglichkeiten sind das Prüfen von Erstattungsansprüchen durch die Krankenkasse. Große Packungen sind pro Streifen oft günstiger. Für wen sich häufigere Kontrollen wirtschaftlich lohnen. Häufigere Kontrollen zahlen sich besonders für Menschen mit instabiler Blutzuckereinstellung, Insulinpumpen-Nutzerinnen, Schwangere und Personen mit Hypoglykämie-Unbewusstheit aus. In diesen Gruppen verhindern genauere Messungen teure Folgekomplikationen und rechtfertigen die laufenden Kosten.